Die Rheumatoide Arthritis des Fusses

 

Unter dem Begriff "Rheuma" versteht man im allgemeinen die Rheumatoide Arthritis, obwohl er als Oberbegriff für eine ganze Reihe von Erkrankungen des Rheumatischen Formenkreises (Rheumatoide Arthritis, juvenile Arthritis, systemischer Lupus erythematodes, progressive systemische Sklerose, Polymyositis, nekrotisierende Vaskulitis und andere Vaskulitiden, Sjögren-Syndrom, Mischkollagenosen und viele weitere Formenkreise) steht.

Bei der Rheumatoiden Arthritis kommt es zu einer Entzündung mit zunehmender Zerstörung der das Gelenk umgebenden und der eigentlichen Gelenksstrukturen. Die Erkrankung kann abrupt oder schleichend in jedem Alter auftreten, gehäuft jedoch zwischen dem 25. und 50. Altersjahr. Als typisch wird eine Steifheit der Gelenke angesehen, die mehr als 30 Minuten nach dem Aufstehen anhält oder nach längerer Inaktivierung auftritt. Manchmal treten Krankheitsgefühle ähnlich wie bei einer Erkältung auf. Frauen sind etwa dreimal häufiger betroffen als Männer.

In den betroffenen Gelenken nimmt die Schleimhaut an Volumen zu und entwickelt eine den Gelenksinnenraum gewebszerstörende Potenz, wobei körpereigene Abwehrzellen (Leukozyten) eine Rolle spielen. Die Gelenke schwellen an, Bänder verlieren ihre stabilisierende Funktion, der Gelenksknochen wird ausserhalb der Knorpelbeschichtung angegriffen und schliesslich kann die normale Gelenksform und –funktion nicht mehr aufrechterhalten werden. Typisch sind auch so genannte Rheumaknoten, die sich meist im Fettgewebe der Unterhaut an mechanisch exponierten Stellen bilden.

Bei den Füssen sind in der überwiegenden Anzahl der Fälle die Vorfüsse am meisten von den Deformationen betroffen. Hier sind meist die Kleinzehengrundgelenke deformiert und die Kleinzehen im Sinne von kontrakten Krallen- oder Hammerzehen verändert. Dies führt  zu einer Verschiebung des Fettgewebepolsters der vorderen Fussohle und damit zur Metatarsalgie. Im Bereich der Fusswurzel und des Rückfusses zeigen sich meist Gelenksschwellungen mit Ausdünnung des Gelenksknorpels. Im Gegensatz zur Arthrose sind die Gelenkskonturen erhalten. Mechanisch bedingte Knochenverluste wie bei der Arthrose werden weniger beobachtet.

Die Physiotherapie ist für die Erhaltung der Gelenksfunktion von wesentlicher Bedeutung. Die besten  Resultate zur Verhinderung von Versteifungen (Kontrakturen) der Sehnen und zur Erhaltung der Muskelkraft kann erreicht werden, nachdem die Entzündungsreaktion unterdrückt wurde. Dies erfordert eine enge Kooperation des Therapeuten mit dem behandelnden Arzt. In der akuten Entzündungsphase wird sich die Therapie auf passive Bewegungsübungen und Bewegungen unterhalb der Schmerzgrenze beschränken. Die aktiven Übungen zur Verbesserung der Muskelkraft sind für die Zeit nach der akuten Entzündungsphase vorgesehen. Bei den Füssen kommen oft Spezialschuhe mit stützenden Einlagen zur Anwendung.

Die Operation des rheumatisch veränderten Fusses stellt einen anspruchsvollen Eingriff dar. Bei Versagen der konservativen Massnahmen kann oft mittels Operationen die Gelenks- oder Organfunktion verbessert, und damit die Schmerzen reduziert werden.  Bei den grossen Gelenken kommen, wie bei der Arthrose, oft Totalprothesen zum Einsatz. Beim Fuss gilt dies vor allem für das obere Sprunggelenk. Für das Grosszehengrundgelenk wird diese Möglichkeit als zu unsicher taxiert. Ansonsten sind  beim Fuss Versteifungen (Arthrodesen) nach wie vor die gängigste Option zur Reduktion der Schmerzen.

durch Rheumatoide Arthritis
veränderter Vorfuss
vor der Operation

  

 

nach der Operation  

  


Im Rahmen der durch die Operation oft beträchtlichen Formveränderungen kommen auch Weichteilstrukturen wie Gefässe und Nerven unter Spannung. Hier liegt eine mögliche Komplikationsquelle. Auch die Haut, Unterhaut und Bindegewebe sind durch die Krankheit selbst und durch die meist über Jahre verabreichten Medikamente ausgedünnt und von weicher Konsistenz, was die Heilung verlängern kann.

Bei uns wird die Operation in Blutleere und Blutsperre durchgeführt, was eine blutungsfreie  und präzise Operationstechnik ermöglicht. So ergibt sich auch nach der Operation kein Bluterguss und die Schmerzmedikamente können auf einem Minimum gehalten werden. Mit kleinstmöglicher Schnittführung und einer speziellen Nahttechnik wird ein ästhetisch ansprechendes Resultat erreicht. Durch Anlegen eines den Vorfuss entlastenden Spezialschuhes ist es möglich, gleich am 1. Tag nach der Operation ohne Stöcke zu gehen.