Gipse, Verbände, Taping und Hilfsmittel

      

Dank moderner Bandage- und Fixationstechniken können Operationen oft vermieden oder aber die Mobilität der Patienten nach Operationen wesentlich beschleunigt und verbessert werden. Eine verbesserte Mobilität kann Problemen einer langen Ruhigstellung (Schwellungen, Thrombose, übermässiger Muskel- und Knochenschwund, Gelenkeinsteifungen usw.) vorbeugen und eine raschere Wiedereingliederung in Alltag und Beruf ermöglichen.


GIPSE


Klassische Indikationen für einen Gips sind Kleinzehenfrakturen, Übermüdungsfrakturen der Metatarsalia, subcapitale Metatarsale-Frakturen, Aussrissfrakturen der Metatarsale V-Basis, Jones-Frakturen, nicht dislozierte Frakturen der Fusswurzelknochen, einfache Calcaneusfrakturen, nicht dislozierte Malleolarfrakturen ohne Gelenksbeteiligung oder Bandverletzungen am oberen Sprunggelenk und am Rückfuss.

Nach einem Unfall wird zuerst eine Gipsschiene, nach gesicherter Abschwellung ein zirkuläre Gips appliziert. Kombiniert man Kunststoffe verschiedener Härte miteinander, erhält man einen kombinierten Gips. Diese Technik erlaubt eine exakte punktuelle Stützung bei hohem Tragkomfort. Die Fuss- und Wadenmuskulatur behält im Vergleich zum Weissgips oder zu rigiden Kunststoffen einen Rest an Mobilität. Dies vermindert Druckstellen, den übermässigen Abbau von Muskelvolumen und das Risiko für eine Thrombose. In der Nachbehandlung wird das Muskelvolumen wesentlich schneller wiederhergestellt, was einen früheren Übergang in die Vollbelastung ermöglicht.
Beim gespaltene Gips ermöglicht ein Verschluss des Gipses mit Klettbändern selbständige Fusshygiene und regelmässige Wundkontrollen. Der gespaltene Gips lässt sich bei noch vorhandener Restschwellung anpassen, sodass eine rasche optimale Ruhigstellung der betroffenen Fussregion erreicht wird. Bei Bedarf kann der gespaltene Gips geschlossen werden.
Der Geisha-Schuh ist ein Spezialgips für Vorfussfrakturen. Der Vorfuss soll geschützt und die Fusslängswölbung entlastet werden. Vorfussfrakturen können somit oft ohne Operation ausheilen. Indikationen sind die subcapitalen Metatarsale-Frakturen, Marschfrakturen oder Frakturen des fünften Mittelfussknochens. Der Geisha-Schuh reicht nicht über die Knöchel und kann mit Alltagsschuhen kombiniert werden. Er wird meist gespalten und mit Klettverschlüssen versehen. Meist kann die Vollbelastung erlaubt werden, was eine Thromboseprophylaxe in der Regel überflüssig macht.
Die postoperative Lagerungsschiene stellt den Fuss in der ersten Phase ruhig und dient der effizienten Abschwellung, dem Schutz der Weichteile und der Schmerzreduktion (weniger Schmerzmedikamente). Unterschenkelorthesen (Walker) dienen dem Gipsersatz, wo eine exakte Passform oder eine maximale Stabilisierung nicht vordringlich sind.


TAPING

Das Taping eignet sich am Fuss zur Ruhigstellung der Zehen bei Frakturen oder Verstauchungen, Rückfussinstabilitäten und Muskelrissen an der Wade. Hier ist der Gips oft zu wenig effektiv oder es muss für einen ähnlichen Effekt eine verhältnismässig zu grosse Fussregion ruhiggestellt werden. Am häufigsten werden Tapeverbände im Sport bei der Behandlung oder Prophylaxe von Bandverletzungen am Rückfuss eingesetzt. Taping-Pflaster sind wenig elastisch und können bei korrekter Anwendung eine gipsähnliche Stabilität vermitteln.


BANDAGEN

Die Sprunggelenksbandage findet ihre Anwendung in der Prophylaxe von oder nach Rückfussverletzungen, bei Überlastungserscheinungen oder Fussfehlstellungen. Sie sollte die Knöchel fest umfassen und einen ausreichenden Schutz gegen Inversion/Eversion sowie Pro-/Supination bieten. Idealerweise sollten auswechselbare Verstärkungshilfen vorhanden sein, um eine stufenweise Rücknahme des Stabilisierungseffektes in der Heilungsphase zu ermöglichen.

Die Halluxbandage wird nach der Fadenentfernung bei gesicherter Wundheilung nach Halluxoperationen angepasst. Durch ein Silikonpolster über der Operationsnarbe wird die Reibung im Schuh vermindert, die Narbe geschmeidig gehalten, was die Keloidbildung reduziert, und durch den Kompressionseffekt auf den Vorfuss eine Abschwellung erreicht. Die maximale Tragdauer von 12 Stunden sollte nicht überschritten werden.

Die Zehenredressionsbandage kommt zur Anwendung, wenn die Zehen einen übermässigen Zug in eine unerwünschte Richtung entwickeln. Durch konstanten Zug kann das Narbengewebe in den ersten Wochen nach der Operation aufgedehnt und ungünstige asymmetrische Spannungen abgebaut werden. Wir empfehlen die Anwendung für 2 bis 3 Monate nachts, um das Tragen von Alltagsschuhen zu ermöglichen.

Das Metapolster polstert die Fussohle auf Höhe der Zehenballen. Es wird bei metatarsalgiformen Schmerzen oder nach Operationen an der Fussohle, z.B. beim Morton-Neurom oder nach Kleinzehenkorrekturen. Es wirkt schmerzlindernd und durch Kompression abschwellend. Das Silikon ist bei dieser Bandage eingewoben und hat keinen direkten Hautkontakt. Maximale Tragdauer 12 Stunden pro Tag.

Die Zehenkompressionsbandage hat eine Innenbeschichtung mit Silikon, komprimiert und polstert die nach einer Operation länger geschwollenen Kleinzehen. Wir applizieren die Bandage nach gesicherter Wundheilung bei guter Verträglichkeit für einige Wochen. Maximale Tragdauer 12 Stunden pro Tag.

Der Zehenplatzhalter wird verwendet, um die Zehenposition nach deren Korrektur in den ersten vier Wochen zu halten. Dies ist nötig in Fällen, wo die Kapsel-Bandstrukturen des Grosszehengrundgelenkes keine genügende Spannung und Stabilität aufweisen, um die operativ erreichte Korrekturstellung zu halten. Auch bei Druckstellen zwischen den Zehen sind die Zehenplatzhalter beliebt.