Fersensporn und Baxter-Nerv

Fersenschmerzen sind in der Fusspraxis eine oft anzutreffende Problematik.
Der bekannte Fersensporn und der Baxter-Nerv sind oft mitbeteiligt.

Fersensporn                 Druckpunkt Baxter-Nerv



Beim Fersensporn ist die Plantaraponeurose an deren Ansatz am Fersenbein als Ausdruck einer starken Belastung der Fusslängswölbung (zum Beispiel bei Sportlern) entzündet. Im Röntgenbild findet sich ein Sporn am Fersenbein. Allerdings findet sich bei ca. 10% der Bevölkerung im Röntgenbild ein Fersensporn ohne Beschwerden. 
Der Fersenspornschmerz ist rein belastungsabhängig und kann durch Überbiegen der Zehen nach oben (Spannungszunahme der Aponeurose) verstärkt werden. In Ruhe tritt kein Schmerz auf.
Bei den meisten Patienten klingen die Beschwerden ohne spezifische Behandlung oder durch konservative Massnahmen ab. Die konservative Behandlung besteht in der Dehnung (Stretching) der Wadenmuskulatur, in der Massage der Fusslängswölbung (z.B. mit dem Igelball), in Schuheinlagen oder in der Anwendung von extrakorporellen Stosswellen. Von wiederholten Cortisoninjektionen ist wegen dauerhaften Gewebsveränderungen an der Fussohle (Fettgewebsschwund) abzuraten.

Der Baxter-Nerv ist für das Gefühl im Fersenbereich und die Aktivierung des Kleinzehenabspreizers verantwortlich. Er zieht unterhalb der inneren Seite der Ferse in die Tiefe, kreuzt die tiefe Faszie (Muskelumhüllung) des Musculus abductor hallucis (Grosszehenabspreizer) und nähert sich in seinem weiteren Verlauf dem Ansatz der Plantaraponeurose (fächerförmige Bandstruktur zur Verspannung der Fusslängswölbung) am Fersenbein. Diese Muskelfaszie zeigt einen scharfen, derben Rand und kann zur mechanischen Reizung des Baxter-Nerven führen. 
Schmerzen bestehen klassischerweise als Druckschmerzhaftigkeit an der hinteren inneren Ferse. Das Überbiegen der Zehen nach oben führt zu keiner Schmerzverstärkung. Manchmal wird der Schmerz in seinem Zielgebiet an der Fussaussenseite wahrgenommen oder eine Gefühlsstörung der fünften Zehe beschrieben. Auch Schmerzen in Ruhe könnenvorkommen. Eine zusätzliche Diagnosesicherung kann durch gezielte Infiltrationen mit einem Lokalanästhetikum erfolgen.
Führen die Infiltrationen nicht zu einer dauerhaft genügenden Schmerzreduktion, ist wahrscheinlich das Gewebe um den Nerven herum bereits vernarbt. Mit gezielten Infiltrationen kann die Diagnose eingegrenzt, aber letztendlich nicht bewiesen werden. In diesen Fällen kann die Operation Abhilfe schaffen.
Bei der Operation wird der Nerv entlang seiner Bahn durch die Gewebeschichten in die Tiefe verfolgt und alle mechanischen Hindernisse beseitigt. Der Nerv selbst wird dabei möglichst wenig tangiert. Die Präparation des Baxter-Nervs ist chirurgisch sehr anspruchsvoll. Es besteht das Risiko von Gefäss- und Nervenschädigungen am Tarsaltunnel sowie der Schädigung des Baxter-Nervs selbst. Ein weiteres Risiko ist die Persistenz der Schmerzen trotz regelrecht durchgeführter Operation.

Bei uns wird die Operation in Blutleere und Blutsperre durchgeführt, was eine blutungsfreie  und präzise Operationstechnik ermöglicht. So ergibt sich auch nach der Operation kein Bluterguss und die Schmerzmedikamente können auf einem Minimum gehalten werden. Mit kleinstmöglicher Schnittführung und einer speziellen Nahttechnik wird ein ästhetisch ansprechendes Resultat erreicht.